KA-WROAM-BOLAGE!

Der Zürcher Künstler Mich Hodler gibt Vollgas – und macht aus Unfallwagen Kunst. Das Schöne dran: Bei seiner bildstarken «KA-WROAM-BOLAGE» darf man guten Gewissens gaffen. Gezeigt werden die 13 Gemälde im «mad Hairstyling» an der Zweierstrasse im Kreis 4. Die Ausstellung läuft vom 28. August bis zum 5. Oktober 2011.

Wird man Zeuge eines Unfalls, traut man seinen Augen nicht, schaut aber trotzdem hin, kann gar nicht anders. Überrascht, irritiert, fasziniert, schockiert fragt der Betrachter: Wie kams dazu? Und: Ist jemand verletzt? Der Zürcher Künstler Mich Hodler zeigt bei seiner neuen und neunten Ausstellung «KA-WROAM-BOLAGE» beschädigte Vehikel, ohne diese drängenden Fragen zu beantworten. Und das ist ganz im Sinne von Michs Kunst: Beim Malen dienten zwar echte Unfallfotos als Vorlage, aber nicht die Umstände und Menschen wurden auf die Leinwand gebannt – «Es geht mir bei den Bildern nicht ums Schicksal, sondern um Maschinen und um Kraft. Ich spüre diese Energie, die Blech verbogen und Stahl zerschmettert hat.»

Auch wenn das im ersten Moment und Anbetracht der Sujets irritieren mag: Mich Hodlers Crash-Bilder sind alles andere als düster. Sie sind weder inhaltlich, noch rein visuell nur schwarz oder weiss. Im Gegenteil: Die Werke bedienen sich einer unbekümmert frohen Farbpalette. Diese Buntheit wird durch schwerelose Striche ergänzt und vermittelt fast comic-haften Charakter. Mit Acryl gelingt es dem 33-jährigen Künstler, aus einem eigentlich unschönen Motiv etwas wundersam Ästhetisches zu machen. Dieses Schön-Malen und das «gute Verkaufen» kennt Hodler auch von seiner Beschäftigung in der Werbung.

Mich Hodler arbeitet seit seiner Ausbildung zum Gestalter als freelance Illustrator für diverse Werbeagenturen. Die Komik aus der Kunst lässt er in die Werbung einfliessen und relativiert ihre Ernsthaftigkeit, während er beim Schaffen von Gemälden auf Werbemuster der Agenturen zurückgreift. Auf diese Weise verknüpft Mich zwei grundsätzlich verschiedene Welten miteinander und macht diese für sich, manchmal aber auch für Aussenstehende, zugänglicher. Er selber sieht sich daher meist nicht als Künstler, sondern viel eher als Handwerker oder Vermittler von subjektiven Impressionen.

Besuchen Sie www.emptyage.ch um eine Vielzahl seiner Arbeiten zu sehen.

Frühere Ausstellungen:

– September 2007: Sunami, „An den Haaren herbeigezogen oder so“, Zürich
– Dezember 2006: Salon des arts, Zürich
– Juni 2005: „Mich tut Busse“, World’s end, Zürich
– Mai 2005: „Mich tut Busse“, Talwegeins, Bern
– Juli 2004: „WROAM“, World’s end, Zürich
– April 2004: „paco il capo“, Feuerkunst, Meilen
– Februar 2004: „blütenSTAUb“, Sonnenhof, Rapperswil
– Juni 2003: „blütenSTAUb“, Hotel Continental, Luzern

Author: Marc Menden

the Chief of this tribe.

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